Evora Haus – Köngiswarterstraße 52

Königswarterstraße 52 1907
EVORA-HAUS IN DER KÖNIGSWARTERSTRAßE 52 UM 1907 (→BILDNACHWEIS)

Die Königswarterstraße wurde noch zu Lebzeiten nach dem jüdischen Stifter und Bankier Wilhelm Königswarter (1809 – 1887), benannt. Wie in der parallel zur ihr verlaufenden HORNSCHUCHPROMENADE lebten auch in  der Königswarterstraße um die Jahrhundertwende zahlreiche wohlhabende und einflussreiche Bürger von Fürth, darunter besonders viele mit jüdischer Religion. 1892 beauftragte der Fürther Bauunternehmer und Mitinhaber der Brauerei Evora & Meyer Wilhelm Evora (1847 – 1893) den renomierten Fürther Achitekten Fritz Walter (1860 – 1912) mit dem Bau eines neobarocken, viergeschossigen Mietshauses auf einem Bauplatz in der Königswarterstraße 52. 1893 wurde das Haus fertiggestellt und erstmalig von der Witwe des im selben Jahr verstorbenen Wilhelm Evora, Eugenie Evora, und der Familie ihres Sohnes Hilmar Evora im Erdgeschoss, sowie weiteren Mietern in den oberen Stockwerken, bezogen.

Anfang Mai 1899 zog ALBERT ROSENFELDER zusammen mit seiner Familie von der Wohnung in der Hornschuchpromenade 5 in das representative Appartement im 2. Stock des sogenannten Evora-Hauses. Die so genannten „Herrschaftswohnungen“ in den unteren Stockwerken – eine pro Etage – umfassten dabei Salon, Wohn-, Speise- und Elternschlafzimmer, Kinderschlaf-, -spiel- und -wohnzimmer, Fremden- und Nähzimmer, sowie Garderobe, Küche, Speise, Bad und Toilette. ¹ Im Innenhof stand Albert Rosenelder außerdem ein Platz für sein Automobil zur Verfügung. Sein Chauffeur Oskar Boser wohnte nicht weit davon entfernt in der Nürnberger Straße 36. Während des Ersten Weltkriegs wurde dieser extra vom Militärdienst freigestellt, damit er immer abrufbar war. Aufgrund seiner Funktion als Ortsdelegierter des Roten Kreuzes war Albert Rosenfelder viel zwischen den einzelnen LAZARETTEN unterwegs, um sich um deren Organisation zum kümmern und wenn notwendig auch gleich die behandelnden Ärzte mitzunehmen. Bei Engpässen wurde das Automobil außerdem auch für den Verwundetentransport genutzt.

Nach dem Tod Albert Rosenfelders am 1. Juli 1916 verstorben war, verließ die Witwe Dora Rosenfelder zusammen mit der gemeinsamen Tochter Johanna Rosenfelder im September 1917 die zu groß gewordene Wohnung in der Königswarterstraße 52 und  lebte fortan bei der befreundeten Familie von THEODOR LÖWENSOHN in der HORNSCHUCHPROMENADE 4.

 

 


 

Literatur- und Quellennachweise