Logenhaus der Fürther Freimaurer

Freimaurerloge heute
Logenhaus der Fürther Freimauerer heute

Noch heute besteht in dem 1890 errichteten Gebäude in der Fürther Südstadt die 1803 gegründete Fürther Freimaurerloge “Zur Wahrheit und Freundschaft”. Als eine der ersten nahm die Fürther Freimaurerloge ab 1847 auch Bürger jüdischen Glaubens in ihre Gemeinschaft auf. 1914 erreichte die Fürther Freimaurerloge mit 231 Brüdern ihre größte Mitgliederzahl, darunter auch die beiden Brüder Bernhard und Theodor Löwensohn, sowie dessen Sohn Gustav.

Die Logenbrüder mussten jedoch nicht zwingend aus Fürth kommen, sodass es in fast allen Staaten Europas, sowie in Amerika und Japan, Mitglieder der Freimaurerloge gab. Bei Kriegsbeginn stellte die Freimaurerloge am 3. August 1914 „[…] ihre großen Parterre-Räumlichkeiten während des Feldzuges der Stadt zur Verfügung.“ ¹ Diese richtete darin ein sogenanntes „Kriegslazarettlager“ – ein Material- und Lebensmittellager  für die Lazarette in Fürth – ein. Außerdem spendete die Freimaurerloge der von BM Dr. Wild in Scene gesetzten allgemeinen Sammlung 1.000 M“ ¹ zur Gründung eines  “Liebesgabenkomitees”, dessen Vorsitzender Kommerzienrat Albert Rosenfelder bis zu seinem Tod 1916 war.

Diese Abteilung der Fürther Kriegsfürsorge war für das Sammeln und den Versand von Paketen mit sogenannten Liebesgaben, wie Zigaretten, Strümpfe, Schokolade oder Pulswärmer, für Soldaten der Fürther Regimenter an die Front zuständig.

Freimaurerloge 1907
Historische Aufnahme des Logenhauses der Fürther Freimaurer um 1907 (→Bildnachweis)

Alfred Nathan

Alfred Nathan
Geheimrat Alfred Nathan 1909 in Baden-Baden (Bildnachweis)

Ein weiteres bedeutendes jüdisches Mitglied der Freimaurerloge war seit 1907 der Fürther Stifter und Rechtsanwalt Geheimrat Alfred Louis Nathan (1870 – 1922). Der Sohn eines Fürther Bankiers und Teilhaber der Privatbank Nathan & Co. arbeitete zunächst nach seinem Jurastudium als Rechtsanwalt in verschiedenen bayerischen Kanzleien, bevor er 1897 seine eigene Kanzlei in München gründete. Aufgrund einer schweren Lungenkrankheit erfolgte jedoch bereits drei Jahre später der Umzug in das Kurbad Bad Reichenhall und 1902 die vollständige Auflösung der Kanzlei. Alfred Nathan betätigte sich nun fortan in seinen zwei Wohnorten Meran und Bad Reichenhall vor allem als Schriftsteller.

Mit dem Tod seiner Mutter Amalie am 17. November 1906 in Wien erbte Alfred Nathan deren großes Vermögen. Einem Wunsch seiner Mutter entsprechend stiftete er kurz darauf im Dezember 1906 der Stadt Fürth „zum ehrenden Andenken seiner verstorbenen Eltern 300.000 ℳ zur Errichtung eines Wöchnerinnen- und Säuglingsheims.“  Damit sollte der hohen Kindersterblichkeit von 30% entgegengewirkt werden. In der Stiftungsurkunde vom 7. Februar 1907 wurde außerdem festgeschrieben:

Die Verwaltung der Stiftung möge sich nur vom Geist wahrer Nächstenliebe leiten lassen, insbesondere mögen bei der Auswahl der die Wohltaten der stiftung genießenden Personen konfessionelle Rücksichten keine Rolle spielen.

Auch Kinder aus Am 14. März 1920 kam hier Anne-Marie, die Tochter von Robert Löwensohn, auf die Welt. Auch der Autor dieser Website ist im Nathanstift, das mittlerweile eine von der Nathanstiftung Fürth getragene Abteilung des Fürther Klinikums ist, geboren.

Noch im Aufbau!

Literatur- und Quellennachweise