Willy Landau


Biographie

 

Hirschenstraße 1 & 3
BLICK VOM RATHAUS-TURM AUF DAS ECKHAUS HIRSCHENSTRAßE 1 & 3 1907

Willy Wolf Landau wurde 1896 als Sohn des polnischen Lebensmittelhändlers Josua Landau (1872 – 1942)  und seiner Frau Natalie, geb. Rottenberg (1874 – 1942), in Krakau geboren. Anfang Dezember 1901 zog die Familie nach Fürth, wo Willy Landau die Israelitische Realschule in der Blumenstraße besuchte. Sein Vater eröffnete in der Hirschenstraße 3 einen Viktualienladen, der mit importierten koscheren Lebensmitteln aus Krakau handelte.

Willy Landaus Vater war dabei ein bekanntes und für sein jüdisches Wissen angesehenes Mitglied der jüdischen Gemeinde in Fürth. So arbeitete er als Kassier für die Ortsgruppe der Agudath Jsrael Welt-Organisation und war Mitglied der Chewra-Kadischah, die sich als Verein um die rituelle Bestattung von Verstorbenen kümmerte. Außerdem hielt er die Schiurim in der Fürther SYNAGOGE, in der regelmäßig jüdische Glaubensfragen besprochen wurden.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs kämpfte Willy Landau dann im 13. österreichischen Infanterie-Regiment an der russischen Ostfront. Er stirbt am 5. August 1917 kurz vor dem russisch-österreichischen Waffenstillstand. Nach dem Ende des Krieges wurde seine Leiche auf einem Krakauer Friedhof beigesetzt.

 


 

FAMILIE

 

Sein jüngerer Bruder Siegmund Shlomo Landau, geboren 1898 ebenfalls noch in Krakau, überlebte als Soldat den Ersten Weltkrieg und konnte nach 1918 sein Jurastudium in Erlangen und Würzburg mit der Promotion zum Dr. rer. pol. beenden. Ende 1935 wanderte er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern nach Palästina aus, wo er mittlerweile als erfolgreicher Geschäftsmann am 22. Juni 1979 während eines Unfalls starb.

Willy Landaus Eltern wurden 1938 nach Polen abgeschoben und um 1942 von Krakau aus vermutlich in das Vernichtungslager Belzec deportiert, wo sie beide ein Opfer der Shoah wurden.

 


 

 Literatur- und Quellennachweise